Das Dorf und seine Geschichte

 

Das Landgut Il Pischiello ist einer der größten Landsitze Umbriens. Er geht auf einen Großgrundbesitz der Markgrafen Bourbon di Sorbello, eine der ältesten und vermögendsten italienischen Adelsfamilien zurück, und dehnte seine Grenzen zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert seine Grenzen immer weiter aus.

Die Pracht und die im 19. Jahrhundert weit über die Region hinaus reichende Bekanntheit des Anwesens Il Pischiello sind das Ergebnis des Entwicklungsimpulses, mit es dem Uguccione III., das berühmteste Mitglied der Dynastie, im Anfang des 18. Jahrhunderts in ein herausragendes Beispiel landwirtschaftlicher Technologie verwandelte.

Auf dem Landsitz war die gesamte landwirtschaftliche Erzeugerkette sowie die entsprechende Logistik angesiedelt.

Im Wirtschaftsgebäude wurden die Oliven gepresst, das Getreide gelagert und gemahlen, der Wein gekeltert; es gab eine Tischlerei und eine Schmiede; Wohngebäude für die Bauern und die weiteren Angestellten; eine Schule, eine Kirche und das Pfarrhaus; und darüber hinaus selbstverständlich das prächtige Herrenhaus, das Uguccione III Bourbon di Sorbello neu errichten ließ.

Durch die einträgliche Entwicklung sämtlicher Verarbeitungsprozesse der Produkte, die man heute als „vertikal organisiert“ bezeichnen würde, erfreute sich der ganze Ort einer umfassenden Autonomie.

Neben einer bebauten Flächen von rund 13.000 qm erstreckten sich die Anbauflächen und der Park (mit zahlreichen edlen Pflanzenarten, die Botanik war eine besondere Leidenschaft des Uguccione III) in einer Architektur von seltener, durchdachter Schönheit, wobei sich die terrassenförmigen Anlagen, der Park selbst und die von Bäumen gesäumten Wege zu einer harmonischen Einheit mit ausgewogenen Perspektiven fügen.

Eine lange, monumentale Zypressenallee führte früher wie heute vom Anwesen bis zum See. Der gesamte Komplex fügt sich perfekt in die umgebende Landschaft ein.

Seit den 50er Jahren war das verlassene Dorf Il Pischiello dem Niedergang überlassen. Die Witterung, Vandalismus und kontinuierliche Plünderungen taten ein Übriges: nach einem halben Jahrhundert präsentierte sich das Anwesen zu Anfang dieses Jahrtausends in vollkommen verfallenem Zustand.

Das Dorf und seine Sanierung

 

 Labors und Werkstätten, Schulungsräume für Techniker und Manager, Abteilungen für die Planung und Prototypisierung, Büroräume, Unterkünfte und – im Zuge einer idealen „Campus-Philosophie“ – betriebsinterne Küchen und Gastronomie sowie Freizeit- und Sporteinrichtungen.

Auf der Baustelle des neuen Pischiello erfolgte die Sanierung und die Anpassung der historischen Gebäude, gemeinsam mit dem Ausbau der Souterrains (zur Nutzung für die Logistikdienste) in Zusammenarbeit mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde unter Wahrung der architektonischen und umwelttechnischen Vorgaben. Besondere Sorgfalt galt der Anwendung der Sanierungstechniken, der Auswahl der Materialien und der Verhältnisse zwischen Innenräumen und der phantastischen landschaftlichen Umgebung (häufig mit großzügigen Glasfronten, die auf das Tal blicken, und mit gezielt eingefügten Grünflächen).

Das Ergebnis ist eine intelligente und elegante sowie hoch funktionale Mischung aus erhaltener architektonisch-historischer Substanz und modernen Elementen, die sich beeindruckend in den Kontext einfügen.

Die umfassenden, im Jahre 2005 aufgenommenen Arbeiten wurden in verschiedene Bauabschnitte gegliedert.

Der erste Bauabschnitt, der rund 5000 qm, das Wirtschaftsgebäude und das „Haus des Schmieds“ betraf, wurde vollständig abgeschlossen, sodass dort im Laufe von 2008 das neue Zentrum eingerichtet werden und der Betrieb aufgenommen werden konnte.

Der zweite Bauabschnitt ist derzeit im Gange und bezieht auf rund 3500 qm den restlichen Ort und die Kirche mit ein, hier entstehen Strukturen für aus ganz Europa kommende Forscher.

Der dritte und letzte Bauabschnitt, der sich mit der Konsolidierung und der Sanierung der monumentalen Herrschaftsvilla und ihrer Nebengebäude befasst, ist derzeit in Planung.